Gleich vorweg: Nein, Farben wecken keine Emotionen. Zumindest nicht direkt. Denn wäre das wirklich so, wie könnte rot gleichzeitig für die beiden kontrastreichsten Emotionen stehen, nämlich Wut und Liebe. Weit hergeholt ist es allerdings nicht, denn:
Was Farben sehr wohl hervorrufen, sind Assoziationen, die wir abgespeichert haben. Wenn wir Farben oft in einem bestimmten Kontext erleben, beginnen wir irgendwann, diese Farbe mit dem Erlebnis zu verknüpfen. Bei einer neuen Begegnung mit der gleichen oder einer sehr ähnlichen Farbe werden diese Verbindungen abgerufen und auf die neue Begegnung angewandt. Das gilt für Farben, die besonders stark besetzt sind – wie eben rot, das beispielsweise rund um den Valentinstag oder auch Weihnachten in Supermärkten vorherrscht –, aber auch für Farben, deren Assoziation(en) von ihrem natürlichen Ursprung stammen.
So sind die meisten vegetarisch- oder vegan-Logos und -Markierungen grün, um auf ihren pflanzlichen Ursprung hinzuweisen.
Die richtige Farbwahl für dein Branding
In der Markenwelt gibt es außerdem bestimmte Adjektive, die den jeweiligen Farben zugesprochen werden und demnach oft eine ganze Industrie einnehmen. Nehmen wir das Beispiel dunkel blau: Blau steht für vertraut, sicher, stark. Besonders verbreitet ist blau daher bei Consulting- und Beratungsunternehmen, die ihren Kund:innen genau diese Werte vermitteln möchten.
(Du möchtest diese Theorie testen? Dann such doch mal im Internet nach Consulting. Und? Viel Blau dabei?)
Wenn du also beispielsweise eine Farbe für das eigene Branding aussuchen möchtest, geht es nicht nur darum, was dir als markenverantwortlicher Person besonders gut gefällt, sondern auch darum, welche Werte du nach außen tragen möchtest. Du musst dir also die Frage stellen: Mit welchen Werten möchte ich mein Zielgruppe ansprechen?
Wenn es in der eigenen Branche eine vorherrschende Farbe gibt, kann man sich also dafür entscheiden, dem Trend zu folgen … oder eben nicht. Beides hat Vor- und Nachteile und sollte individuell entschieden werden. Eine Bank will beispielsweise durch ein dunkles ruhiges Blau Vertrautheit und Sicherheit vermitteln, Kund:innen wiederum assoziieren die Farbe bereits durch die breite Verwendung in diesem Bereich mit diesen Werten. Eine klassische Win-win-Situation also.
Handelt es sich aber um eine Bank mit Angeboten für junge Erwachsene, ist anzudenken, ob nicht eine andere Farbe die Zielgruppe eher anspricht. Für eine jüngere Zielgruppe können die Themen Sicherheit und Risikoabwägung noch weit weg wirken.
Warum Markenfarben mehr sind als Geschmackssache
Wir möchten an dieser Stelle Stranzis ehemaligen Mathelehrer zitieren: Quod erat demonstrandum – eine mathematische Schlussformel, die besagt: was zu beweisen war. Warum wir das hier erwähnen? Weil die Auswahl der richtigen Farben gar nicht so einfach ist, denn: Die Wahl der richtigen Markenfarben beeinflusst Wahrnehmung, Wiedererkennung und Vertrauen deiner Marke. Genau deshalb entwickelt wir in Studio2 Farbkonzepte nicht nach Trends, sondern anhand von Zielgruppe, Wirkung und Markenidentität.
Du möchtest mehr über dieses Thema erfahren? Schreib uns einfach, wir beraten dich gerne!